Herr Luther mischt sich ein: Kapitel 5

Timo im Gewitter
So ein Gewitter hatte Timo noch nie erlebt. Ausgerechnet im Zelturlaub brach es über die Familie herein. Illustrationen: Aaron Jordan

Hilfe - ein Gewitter! Muss ich auch
ein Mönch werden?

Erinnert Ihr euch noch, dass Timo mit seiner Familie zum Zelten fahren musste? Er wollte eigentlich gar nicht, aber da hatte er bei seinen Eltern nicht viel zu melden. Lieber wäre er Zuhause an seinem Computer gesessen. Aber da war nichts zu machen. Immerhin stellt er auf dem Campingplatz fest: Gar nicht mal so schlecht hier. Schließlich hatte er vorgesorgt: Von der Taschenlampe bis zu Servietten ist alles dabei. Er ist gerüstet. Auf was er allerdings nicht eingestellt ist, ist ein plötzlicher Wetterumschwung. Als Timo und sein kleiner Bruder den Zeltplatz begutachten, ändert sich das Wetter von einem schönen Tag in ein Unwetter. Es gießt aus vollen Kübeln und dann beginnt auch noch ein Gewitter. Gut, dass ihn da Luther besucht und von seinem schlimmsten Gewitter aller Zeiten erzählt. All das könnt ihr hier in dieser neuen Folge "Herr Luther mischt sich ein" nachlesen. Viel Vergnügen dabei! (=> Hier geht es noch zur letzten Folge.)

Das war vielleicht ein Gewitter! Timo konnte sich nicht erinnern, so etwas je erlebt zu haben. Und dann auch noch quasi hautnah - nur durch eine läppische Zeltwand getrennt. Die flatterte und wölbte sich. Gut, dass sein Vater so schwungvoll die Heringe des Zeltes in den Boden geschlagen hatte. Dennoch hatte Timo das Gefühl, dassnicht mehr viel fehlte, damit die Familie mitsamt dem Zelt im Sturm abhob. Wenn es blitzte, sah man im Inneren des Zelts nur ein unfassbar helles Licht. Dagegen waren die Lichtblitze, die in Star Wars von Kanzler Palpatine gegen den ­Jedi Mace Windu geworfen wurden, ein leises Flackern. Auch wenn Timo noch so fest seine Augen zukniff. Nach dem Blitz, eine Pause. Dann kam ein riesen Blitzzz Krabummmm"Wenn du mitzählst, weißt du, wie weit das Gewitter entfernt ist", rief sein Vater aus der Nachbarkabine herüber. Durch den Regen, der auf das Dach prasselte konnte man ihn kaum verstehen. Timo saß auf seiner Luftmatratze. Seinen Schlafsack hatte er über seine Schultern gelegt. Damit fühlte er sich ein bisschen sicher, auch wenn er wusste, wie kindisch das war. Blitzzz KrabummmmEr konnte seine Eltern und seinen kleinen Bruder in der anderen Zeltkabine sehen, wie sie nebeneinander saßen und sich sein Bruder an seine Mutter kuschelte. Am liebsten hätte er das auch gemacht, aber er war ja schließlich kein Baby mehr, sondern ein richtiger Kerl. Die fürchteten sich nie. Und wenn, ging das keinen was an!

"Wenn es noch schlimmer wird, gehen wir ins Auto. Nicht das uns noch ein Blitz erschlägt", schrie seine Mutter durch das Getöse. "Ich will aber nicht ins Auto", hörte er seinen Bruder. "Da stinkt es immer, wenn einer nass ist!"

Blitzzz Krabummmm

"Deine Mutter hat Recht. Da gibt es einen faradayschen Käfig. Da passiert uns nichts. Wir sind hier zwar ein bisschen geschützt, aber wenn die Blitze näher kommen, dann ziehen wir um."

Timo zählte die Zeit zwischen Blitz und Donner, während er seinem Vater mit halbem Ohr zuhörte, was er über den faradayschen Käfig wusste: "... das ist eine allseitig geschlossene Hülle aus einem elektrischen Leiter, wie Drahtgeflecht oder Blech, die als elektrische Abschirmung wirkt. Bei äußeren statischen oder quasistatischen elektrischen Feldern bleibt der innere Bereich infolge der Influenz feldfrei.

Blitzzz Krabummmm

Bei zeitlich veränderlichen Vorgängen wie elektromagnetischen Wellen beruht die Abschirmwirkung auf den sich in der leitfähigen Hülle ausbildenden Wirbelströmen, die dem äußeren elektromagnetischen Feld entgegenwirken. Statische oder langsam variierende Magnetfelder werden durch einen faradayschen Käfig nicht abgeschirmt ..."

Sein Vater war ein lebendiges Wikipedia auf zwei Beinen. LichtBlitzZuck. Ein. Zwei. Drei.

Blitzzz Krabummmm

Außerdem lesen Sie unter anderen in unserer gedruckten Ausgabe vom 2. April 2017:

- Vom Stockfisch zur Anisbrezel: Traditionelle Fasten- und Osterspeisen in Oberfranken

- Kinder trauern anders: Ehrenamtliche der Malteser leiten spezielle Trauergruppen für Kinder und Jugendliche

- Warnung vor dem Hochmut: Wie hängen Passion und Tod miteinander zusammen?

=> Interesse an diesen Artikeln der gedruckten Ausgabe?

Diese, die wöchentlichen Rätsel und vieles mehr können Sie bei unserem kostenlosen Probeabo entdecken

=> Gleich online bestellen

 

 

www.kirchenpresse.de - Evangelische Wochenzeitung im Internet

 

 

Das Evangelische Sonntagsblatt finden Sie jetzt auch auf der

=> "wertvollen" Facebook-Seite

 

Wertvoll-Logo