Aufregende Verbindungslinien der Ahnen

Hans-Peter Scheurer
Hans-Peter Scheurer hat umfangreiche Nachforschungen über das Wirken seiner Vorfahren angestellt und dabei viel herausgefunden. Foto: Meyer

Lebenslinien in Gottes Hand (16): Erfreuliche Ahnenforschung in Unterampfrach

Hans-Peter Scheurer (73) aus Unterampfrach entdeckte im Ruhestand sein Interesse für den eigenen Familienstammbaum. Er betreut ehrenamtlich die "Unterampfracher Dorf-Website" im Internet. Immer wieder fragten Amerikaner nach ihren Wurzeln oder Verwandten in Unterampfrach. Dies brachte den umtriebigen Senior dazu, die eigene Familiengeschichte eingehender unter die Lupe zu nehmen. Eine bereits vorhandene Stammliste eines Offenburger Bürgers mit dem gleichen Nachnamen war da eine große Hilfe.

Der Familienname "Scheurer" stammt aus dem Schwarzwald. Die Stammliste beginnt mit einem gewissen Michael Scheurer, der ab etwa 1560 bis 1626 in Gengenbach bei Offenburg lebte. Dort amtierte er als "Stättmeister und Zwölfter des Alten Rates", heute vergleichbar mit dem Amt eines Bürgermeisters.
Erst im Mai dieses Jahres stellte Hans-Peter Scheurer im Schwarzwald weitere Nachforschungen an. Beim weiteren Stöbern in der Geschichte stieß der heutige Unterampfracher auf einen Alois Quintenz (1774-1822).

Dieser lebte als Mönch "Coelestin" im Benediktinerkloster Gengenbach. Bald erkannte der Gengenbacher Abt die technischen Fähigkeiten des Klosterbruders und stellte ihn von der Seelsorge frei. Nach der Aufhebung des Klosters während der Reichssäkularisation verschlug es Alois Quintenz nach Straßburg. Dort gelang es ihm 1823, die Dezimalwaage herzustellen, in der die Gewichtssteine ein Zehntel der zu messenden Ware wogen. Eine Bestätigung dafür fand sich in der Nationalbibliothek Straßburg. 

Auch vom Urgroßvater von Hans-Peter Scheurers, einem gewissen Schlossermeister Josef Anton Scheurer, gibt es heute noch verlässliche Beweise seines Wirkens. Überhaupt sind im Familienstammbaum vermehrt ein gewisser Erfindergeist oder herausragende technische Fähigkeiten bei zahlreichen Vorfahren auszumachen. So war der Vater des Ahnenforschers, Josef Scheurer, als Oberbaurat bei der Stadt Mannheim beschäftigt. Dort hatte er nachweislich das Patent für ein Abzweigsuchgerät für Kanalanlagen erworben. Dies kann als Vorgänger der heutigen Kanalbefahrungen mit Kameras gesehen werden. Auch weitere technische Errungenschaften, welche heute in der täglichen Anwendung selbstverständlich sind, gehen auf seinen Vater zurück, so der Unterampfracher. Er zählt ferner einen der führenden deutschen Quantenphysiker zu seinem engsten Verwandtenkreis.

Ein Ast des Scheurer-Stammbaums führt in die Schweiz. Dorthin wanderte ein Kriegsteilnehmer von 1870/71 aus. Dessen Tochter Ruth Scheurer heiratete dort Paul Schaub, der um 1975 das Amt eines Kultusministers im Aargau bekleidete - ein lohnender Blick in die eigene Familienhistorie.     

Wenn Sie eine spannende eigene Geschichte zu erzählen haben oder es Erfahrungen mit der Familienforschung oder Biografie-Arbeit gibt, können Sie sich an das Sonntagsblatt unter der E-Mail sonntagsblatt(at)rotabene.de oder Telefon 09861/400-389 wenden.  

                          Heinz Meyer

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