Verwandter einer Fußball-Legende

Jürgen Strehl
Jürgen Strehl bewahrt in seiner Privatwohnung noch heute viele Erinnerungsstücke an seinen Verwandten Heinz Strehl auf. Foto: Meyer

Lebenslinien in Gottes Hand (51): Schnelldorfer Heilpraktiker mit berühmtem "Onkel"

Ein Lehrer wunderte sich dereinst: Er bekam beim Nachnamen Jürgen Strehls klingende Ohren. So sprach er den Jungen seinerzeit in Bechhofen an: Gäbe es eine mögliche Verbindung zu dem Fußballspieler Heinz Strehl? Dieser legendäre Mittelstürmer führte den 1. FC Nürnberg zu seinen größten Erfolgen. Heinz Strehl ging seiner großen Leidenschaft überwiegend in den 1960er Jahren beim Nürnberger "Club" nach.

Jürgens Mutter konnte den Jungen nach der Frage des Lehrers aufklären: Wirklich waren der Urgroßvater von Jürgen Strehl und der Großvater von Heinz Strehl Brüder. Ursprünglich stammten die Strehls aus Plech bei Nürnberg, wo es noch heute ein "Gasthaus Strehl" gibt.

Heinz Strehl "ballerte" seinen Club 1961 und 1968 zu dessen letzten beiden Deutschen Meisterschaften. Er führte ihn 1962 zum Deutschen Pokalsieg. Der Teilnehmer an der Fußball-Weltmeisterschaft 1962 in Chile ist noch heute mit 76 Toren der alleinige Rekordtorschütze des 1. FC Nürnberg in der Fußball-Bundesliga. Von 1954 bis 1970 trug Heinz Strehl das weinrote Trikot der Cluberer und war in der Saison 1961/62 mit acht Treffern Torschützenkönig der Champions-League. Noch heute schwärmt man beim "Club" von einem außergewöhnlichen Fußballspieler und mindestens ebenso beliebten Menschen.

Auch in seinem späteren Berufsleben, unter anderem am Krankenhaus in Dinkelsbühl, war Jürgen Strehl immer wieder auf seinen Nachnamen angesprochen worden.  Heute ist der 47-Jährige in der Gemeinde Schnelldorf als Heilpraktiker und Physiotherapeut bekannt. Im Zuge der Ahnenforschung hatte die Mutter von Jürgen Strehl die Ex-Frau des Sportlers sogar einmal angeschrieben.

Unabhängig davon reifte in Jürgen Strehl ein Club-Fan "durch und durch", wie er heute selbst sagt. In der Saison 1978/79 war er bei einem 4:2-Sieg über den FC Bayern München erstmals im Städtischen Stadion dabei. In Anbetracht seiner Verbindung zum Ex-Fußballer wurde er immer öfter mit dessen Vornamen "Heinz" angesprochen. Daran hat er sich im Laufe der Jahre gewöhnt und fühlte sich teilweise sogar geschmeichelt.

Inzwischen hat Jürgen Strehl viele Bilder und Zeitungsausschnitte über seinen bekannten "Onkel" in Privatbesitz. Er hatte sie vor einiger Zeit von der Schwester seines Vaters erhalten. In seiner Praxis ­behandelt er augewählte Patienten - wenn sie denn ausgewiesene Club-Anhänger sind, schon mal in der "Heiner-Stuhlfauth-Stuben" oder im "Max-Morlock-Zimmer" - wie der Physiotherapeut mit ei-
nem Augenzwinkern anmerkt. "Weder habe ich Heinz Strehl einmal spielen gesehen, noch durfte ich ihn persönlich kennen lernen", sagt Jürgen Strehl heute. Trotzdem hat er eine besondere Beziehung zu seinem "großen Verwandten" aufgebaut.

Als er vor vier Jahren mit dem Auto in Eckental bei Nürnberg unterwegs war, kam ihm in den Sinn, dass sein "berühmter Onkel" Heinz Strehl im nahen Kalchreuth beerdigt wurde. Denn die Fußball-Legende verstarb schon 1986 im Alter von nur 48 Jahren. Wenige Minuten später stand Jürgen Strehl an dessen Grab im örtlichen Friedhof. "Es war schon ein komisches Gefühl, am Grab eines solch großen Sportlers zu stehen, der noch dazu mit mir verwandt war", bekennt der Schnelldorfer rückblickend.

Noch heute trägt der Block 36 im Nürnberger Frankenstadion den Namen "Heinz-Strehl-Block".

                      Heinz Meyer

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