"Durch den Glauben wird alles möglich"

Susanne Pechel
Susanne Pechel inmitten indischer Mädchen aus "ihrer" Schule. Foto: CED

Lebenslinien in Gottes Hand (52): Susanne Pechel engagiert sich ihr ganzes Leben für Arme

Mit sechs Jahren bastelte die kleine Susanne ihre eigene Spendendose und sammelte im Familien- und Freundeskreis. "Die Vorstellung, dass irgendwo auf der Welt Menschen hungerten, während ich genug zu essen hatte, fand ich schon als Kind so ungerecht, dass ich helfen wollte. Meine Mutter sagte mir damals: 'Wenn Dir etwas nicht passt, dann musst Du es ändern.' Das habe ich versucht zu tun", erzählt Susanne Pechel aus München.

Mit diesem Grundsatz hat die Tropenärztin seitdem viel bewegt. Ihr öffentliches soziales Engagement begann 1982, da war Susanne Pechel gerade mal 16 Jahre alt. Als leidenschaftliche Musikerin organisierte sie damals ihr erstes Wohltätigkeitskonzert zugunsten armer Kinder im indischen Kalkutta. "Es war schon immer mein großer Wunsch den Armen zu helfen, weil ich die Verhältnisse als ungerecht empfunden habe?, so Susanne Pechel. Hinter diesem Wunsch, der für manche pathetisch klingen mag, steckt ein aufrichtiges Bedürfnis.

Aus dem kindlichen Hinterfragen, warum manche Menschen Hunger leiden müssen, entstand bei Susanne Pechel ein lebenslanger Drang zum Helfen. Daher kam nach der Schule für sie auch nichts anderes in Frage als ein Medizinstudium. "Es ging mir darum, nahe am Menschen zu sein und ihm in seiner Not helfen zu können", sagt sie. Susanne Pechel setzt sich deshalb schon gleich im ersten Semester in die Vorlesung für Tropenmedizin, obwohl man sich erst viel später spezialisiert. Sie arbeitete ehrenamtlich zunächst für Missio in München. Mit 26 Jahren gründet sie schließlich ihre eigene Hilfsorganisation, den Christlichen Entwicklungsdienst (CED), der im nächsten Jahr bereits sein 25-jähriges Bestehen feiern wird.

Viel hat die inzwischen 50-jährige Susanne Pechel seitdem erreicht. Der CED fördert Hilfsprojekte in Afrika, Asien, Südamerika und Osteuropa. "Wir engagieren uns vor allem in den Bereichen Schulbildung, Obdachlosenunterstützung, HIV/AIDS-Hilfe, Unterstützung von AIDS-Waisen und medizinische Basisversorgung", erklärt Susanne Pechel. Und das alles ehrenamtlich neben ihrem Hauptberuf als Medizinerin. Zwei- bis dreimal im Jahr reist sie zu den Hilfsprojekten vor Ort. Oft war sie daher in den letzten Jahren in Indien und Tansania unterwegs. In Indien etwa baute der CED mithilfe seiner Spender und Unterstützer die Piali Ashar Alo Grundschule in der Nähe von Kalkutta und finanziert seither einem Viertel aller Schülerinnen aus den Slums der Vorstadt den Schulplatz.

Trotz Schulpflicht und offiziell kostenloser Grundschulbildung können rund 5,6 Millionen Kinder in Indien keine Grundschule besuchen: Es mangelt an öffentlichen Schulen sowie an Schulmaterial und Büchern. Oft müssen schon die Jüngsten durch Kinderarbeit zum Familieneinkommen beitragen oder müssen als Schuldknechte der Eltern in Sari-Fabriken arbeiten. Krankheiten, Hunger und Mangelernährung verschlimmern die Lage. Auch die mangelnde Bildung der Eltern führt häufig dazu, dass die Bedeutung von Bildung nicht erkannt wird, um den Armutskreislauf zu durchbrechen.

Für diese benachteiligten Kinder, insbesondere Mädchen, ist die Piali Ashar Alo School ein Lichtblick. Gegründet wurde sie 2008 von dem indisch-slowenischen Ehepaar Anup und Mojca Gayen. Die Schule bietet mittlerweile hundert durch Spendengelder finanzierte Schulplätze. Die Schule besuchen fast ausnahmslos Mädchen. Vor allem für sie sind diese kostenfreien Schulplätze von enormer Bedeutung. "Wir unterstützen hauptsächlich Mädchen, weil sie in der Gesellschaft den größten Nachteil haben und  ihre Bildung 'lebensverändernd' ist: Bildung ist eines der wirkungsvollsten Mittel, um Armut und Menschenhandel entgegenzuwirken. Sie verbessert die beruflichen Aussichten der Mädchen und ermöglicht dadurch positive wirtschaftliche Veränderungen in den Familien. Dadurch verringert sich das Risiko, in die Hände von Menschenhändlern zu geraten. Auch schützt Bildung vor Kinderheirat", so Anup und Mojca Gayen.

Aber auch der Aufbau der Zentralapotheke "Trinity Pharmacy" mit rund 30 angegliederten medizinischen Einrichtungen und Krankenhäusern im Nordosten Tansanias, lag Susanne Pechel sehr am Herzen. "Hier haben wir für rund 450.000 Menschen die Basisversorgung mit Medikamenten ermöglichen können", erzählt sie. Die Apotheke stellt der medizinisch unversorgten Landbevölkerung sichere und sehr preisgünstige Medikamente zur Verfügung, die sich jeder leisten kann. Wer dennoch zu arm ist, bekommt die Hilfe umsonst. Allein der CED unterstützt sie seit 2012 mit Medikamenten im Wert von rund 50.000 Euro im Jahr. In Zukunft aber, wird die Apotheke durch eigene Einnahmen und ohne Spendengelder auskommen. "Hilfe zur Selbsthilfe" ist das Ziel.

Zu sehen wie Hilfe ankommt und Menschenleben zum Guten verändert, motiviert Susanne Pechel auch weiterhin zu helfen, auch wenn diese ehrenamtliche Tätigkeit selbstverständlich viel Kraft kostet. Aber Susanne Pechel schöpft diese Kraft aus ihrem Glauben. "Ohne meinen Glauben hätte ich das Handtuch schon mindestens hundert Mal geworfen. Aber durch den Glauben wird alles möglich."

Der Christliche Entwicklungsdienst

Die Stiftung CED, Christlicher Entwicklungsdienst wurde 1992 von der Tropenärztin Susanne Pechel gegründet. Die 1966 in Montevideo (Uruguay) geborene Medizinerin hat sich bereits in jungen Jahren für arme und sozial benachteiligte Menschen eingesetzt. Der überkonfessionelle und gemeinnützig anerkannte "CED" (Christliche Entwicklungsdienst)  erhält weder staatliche noch kirchliche Subventionen und unterstützt allein durch private Spenden und Benefizaktionen gezielt Projekte in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa, die der Basisversorgung von Menschen dienen und ihrer Grundrechte.

Von der zweckgebundenen Verwendung der Spenden überzeugen sich regelmäßig CED-Helfer vor Ort, die auf eigene Kosten zu den Hilfsprojekten reisen. Getreu dem Motto des CED "Miteinander helfen", engagieren sich für den CED Menschen aus verschiedenen Alters- und Berufsgruppen in Einzelinitiativen oder in Gruppen. Der CED unterstützt etwa den Bau von Bildungseinrichtungen, Krankenstationen sowie Armenhäusern und Armenküchen und fördert Schulausbildung, medizinische Basisversorgung oder auch die Versorgung von AIDS-Waisen.

Susanne Pechel ist Vorsitzende der Stiftung und arbeitet nach wie vor ehrenamtlich. Vor Kurzem wurde der CED-Projektpartner des Schulprojekts Piali Ashar Alo in Kalkutta, Indien von dem India Telegraph mit dem True Legends Preis ausgezeichnet.   

Spendenkonto: Stadtsparkasse München, Kennwort: CED-Spende IBAN: DE38 7015 0000 0014 1412 12, BIC: SSKMDEMM, Kontakt: CED - Christlicher Entwicklungsdienst, Tengstrasse 7, 80798 München, Tel. 089/272 02 29, E-Mail: ced@ced-stiftung.de

                      PR/evso

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