Editorial: Alles neu ...

Inge Wollschläger
Inge Wollschläger

Alles neu macht der Mai, macht die Seele frisch und frei - heißt es in einem Lied.
Dieses Gefühl von "frisch und frei" habe ich in den letzten Wochen erfahren: Wir entrümpelten unsere Wohnung. Nach 17 Jahren in dieser Wohnung, drei Kindern und zwei Katzen wurde es Zeit, sich von Vielem zu verabschieden und Neues ins Haus zu lassen.

Eine Woche sortierten wir Bücher, Spielzeug, Kleidung aus. Wir gaben weg, schmissen fort und ordneten neu. "Frühjahrsputz" ist zu wenig. Es trifft es nicht ganz. Selbst unsere Nachbarin war beeindruckt von unserem Schaffensdrang.
Bei manchen Dingen fällt es ganz leicht, loszulassen. Denn wer loslässt, hat beide Hände frei.

Aber dann sitzt man über einem Kinderspielzeug und weiß ganz genau, aus welchem Anlass man es wann und wo gekauft hat. Die Situation vor vielen Jahren ist einem wieder vor Augen. Jetzt ist es vorbei. Diese Zeit kommt nicht mehr. Das Spielzeug könnte man natürlich "einlagern" und für die Enkel aufheben. Aber wer weiß schon, was in vielen Jahren ist. Es sind die Augenblicke der Wehmut, die dann am Herzen zupfen. Auch wenn der Verstand weiß: Weg damit!

Und jetzt? Nach einer anstrengenden Woche ist nun alles hübsch, neu und frisch. Es wurde viel Platz geschaffen. Es fühlt sich großartig an.

Ob Gott sich auch so gefühlt hatte - damals, als alles zunächst "wüst und wirr war", wie es im Ersten Buch der Bibel heißt. Doch dann schwebte der Geist Gottes über allem und Gott brachte Ordnung in alles.

Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass der Geist Gottes in unserer irdischen Behausung zugegen war - aber vielleicht doch. Denn dieses "Neuschaffen" braucht Willen und Wollen. Da hat Zaudern keinen Platz.

Dieses Entrümpeln ist auch immer wieder eine kleine Zensur: Was brauche ich wirklich? Was möchte ich unbedingt behalten, weil es gut ist. Und das gilt nicht nur für Gegenstände - auch für Beziehungen und Gewohnheiten. Denn auch dieses bedarf kluger Einteilung und Entscheidungen, meint Ihre

                                Inge Wollschläger

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