Hilfe aus Franken für die alte Heimat

William Rutaremwa.
William Rutaremwa. Foto: Meyer

Lebenslinien in Gottes Hand (89): Ugander William Rutaremwa führt fränkischen Gasthof

Unterampfrach, Dekanat Feuchtwangen. Vor knapp 25 Jahren ist der aus Uganda stammende Gastronom William Rutaremwa (65) nach Deutschland gekommen. Zusammen mit seiner Frau Renate und deren Bruder betreibt er in Unterampfrach einen Landgasthof. Doch seiner Heimat ist er verbunden geblieben: Regelmäßig fliegt er nach Uganda, um die Kinder in seinem Geburtsort mit Spenden und auch finanziellen Zuwendungen zu versorgen, die er von Helfern bekommen hat.

Der humorvolle Ostafrikaner mit einem unüberhörbaren fränkischen Einschlag war im Jahre 1971 unter der Gewaltherrschaft des Despoten Idi Aman und einem damit verbundenen Bürgerkrieg von seinem rund 300 Kilometer westlich der Hauptstadt Kampala gelegenen Heimatort Masheruka nach Kenia geflüchtet. Etwa ein Jahrzehnt lang hatte er dort fortan im Gastgewerbe gearbeitet, bevor die dortige Regierung dann alle Flüchtlinge wieder ausweisen wollte.

So kam der junge Ugander 1983 für ein Jahr als Praktikant im Hotel- und Gaststättengewerbe nach St. Moritz in die Schweiz. Sein Weg führte ihn anschließend für neun Jahre weiter in ein Hotel auf den Bermudainseln. Schon 1981 hatte er in Ostafrika seine aus Horschhausen in Baden-Württemberg stammende Frau Renate kennen gelernt, die er sechs Jahre später heiratete.

1993 war William Rutaremwa dann beruflich nach Deutschland gekommen und begann fast zeitgleich mit seiner Ehefrau sein Engagement im hiesigen Landgasthof. Während seiner Odyssee durch das Hotelgewerbe dieser Welt hatte er lange Zeit keinen Kontakt in sein Heimatland. Erst nach dem Beginn seiner Tätigkeit in Unterampfrach gab es wieder Berührungspunkte. Seit mehr als 15 Jahren besucht der 65-Jährige nun aber regelmäßig in gewissen zeitlichen Abständen wieder seine Heimat.

Weil es dort nach wie vor sehr viele Probleme gibt, verbindet er seinen Urlaub stets mit diversen Hilfsaktionen. Noch immer gibt es dort viele Geburten. Auch wegen Krankheiten wie Aids seien viele Kinder zu Waisen geworden. Weil die Versorgung in Waisenhäusern nicht wünschenswert ist, wachsen viele Kinder bei ihren Verwandten auf; sind aber auf Unterstützung angewiesen.

Deshalb bringt William Rutaremwa Kleider, Schuhe, Bälle oder auch finanzielle Spenden in die örtliche Schule oder den Kindergarten, damit es gerecht unter den Kindern verteilt wird. Ein wichtiges Anliegen waren ihm auch fließendes Wasser in der Schule sowie annehmbare sanitäre Anlagen, was mit Hilfe seiner Mittel schon verwirklicht werden konnte, worauf der Gastronom sehr stolz ist. "Durch die bessere Versorgung werden weitaus weniger Kinder krank, als dies noch in der Vergangenheit der Fall war", weiß Rutaremwa, der seine alte Schule auch mit zahlreichen ausrangierten Computern aus einer Crailsheimer Realschule versorgte.

Spenden in Form von Gebrauchsgegenständen und Geld bekommt der Gastronom von vielen Menschen aus Unterampfrach und der näheren Umgebung. Selbst aus dem württembergischen Heilbronn kam eine große Hilfe, wie sich Rutaremwa erinnert. Auch am Stammtisch in seinem Landgasthof kann gespendet werden; die Verwendung der Spenden überwacht der Ostafrikaner akribisch, damit nichts in dunkle Kanäle fließt.

Eine große Hilfe bei den Spendenaktionen ist ihm dabei die junge Ronja Wohlfahrt aus dem Schnelldorfer Ortsteil Stollenhof. Das junge Mädchen überrascht ihn immer wieder mit diversen Hilfsaktionen. So hatte diese zuletzt Kürbisse gezüchtet, um mit dem Erlös aus dem Verkauf sein Heimatdorf zu unterstützen, was er nun schon seit mehr als 15 Jahren immer wieder tut.

"Ronja und ihre Freunde helfen ebenso mit Herzblut und Leidenschaft wie ich das tue", weiß Rutaremwa, weshalb es sein größter Wunsch ist, seine zahlreichen Unterstützer einmal nach Uganda mitzunehmen, um ihnen vor Ort zeigen zu können, was mit ihrer Hilfe schon alles vorangebracht werden konnte. Die Leute in Uganda und die dortigen Schulen zeigen sich sehr dankbar ob seiner Zuwendungen, wie aus vielen Dankesbriefen entnommen werden kann.

Zwar habe sein Land nach dem Ende von Gewaltherrschaft und Bürgerkrieg eine positivere Entwicklung genommen, doch liege immer noch vieles im Argen. William Rutaremwa will deshalb mit seinen Helfern nicht nachlassen, die Menschen in seiner Heimat auch weiterhin zu unterstützen. Allein die strahlenden Kinderaugen zu sehen, wenn er wieder ankommt in seinem Heimatdorf, sei diese Hilfe schon wert, versichert der warmherzige Wahlfranke.

                          Heinz Meyer