Herr Luther mischt sich (immer noch) ein: Kapitel 18

Neuerscheinung
Im Nachdenken wurde Timo auf einmal gestört. Er kam sich vor, wie wenn er mit der Oma von Thomas "Columbo" anschauen würde. Illustrationen: Aaron Jordan

Was Luther immer schon mal zu Philipp Melanchthon sagen wollte

(=> Hier geht es noch zur letzten Folge.)

Mit einem breiten Grinsen ließ Timo sich auf seinen Schreibtischstuhl fallen. Er war froh, dass alle in seiner Familie aus waren. So konnte er ein bisschen nachdenken über sein Treffen mit Hanna.

Es war anders geworden - seit dieser Schulstunde. Zuerst waren sie sehr verlegen gewesen. Sie stocherten in ihrem Spaghettieis herum, bis es vom Löffel tropfte. Wo wollten sie auch anfangen? Seit Timo die magischen Lutherworte gesagt hatte: "Hier stehe ich und kann nicht anders" fühlte es sich an wie "einander versprochen". Es fühlte sich an, wie ein dicker Stein um seinen Hals. Was, wenn er doch nicht tief im Herzen so empfand, sondern die Situation tatsächlich seinem Referat geschuldet war.

Was, wenn es nur im Überschwang war? Wenn er jetzt musste - ohne die Möglichkeit, sich in Ruhe tatsächlich zu entscheiden? War er überhaupt schon bereit für etwas, das über Freundschaft hinausging? Das war ein bisschen schnell. Was, wenn er alles falsch machte?

Doch auf einmal fing Hanna an zu sprechen. Offenbar hatte sie ihren ganzen Mut zusammengenommen. Sie sprach darüber, dass es eben keine Verpflichtung sein müsse, sondern einfach nur eine sehr schöne Geste.

Timo fiel ein Stein vom Herzen. Und endlich fanden sie wieder zu ihren alten Plaudereien zurück. Als sie sich über ihre fast schon geschmolzenen Eisbecher beugten, rumsten ihre Köpfe zusammen. Sie lachten beide auf und ihre Blicke, die sie fast schon vermieden hatten, trafen sich. Und auf einmal lösten sich alle Zweifel und Wackersteine auf. Was für schöne Augen Hanna hatte, dachte Timo.

So saß er jetzt an seinem Schreibtisch und dachte darüber nach, wie aus einer Freundin jetzt "seine" Freundin geworden war. Kleine Schmetterlinge grummelten in seinem Bauch. "Was für ein schwachsinniger Vergleich!", dachte sich Timo und wusste aber auch nicht, wie er sein Gefühl besser ausdrücken konnte. "Wie im schlechten Schlager, die seine Tante Steffi manchmal hörte. Und irgendwie - so schien es - schien sein Grinsen in seinem Gesicht festgewachsen zu sein.

"Was ich dir übrigens noch erzählen wollte ...", hörte er auf einmal die vertraue Stimme wieder in seinem Kopf => weiter

 

Außerdem lesen Sie unter anderen in unserer gedruckten Ausgabe vom 10. Dezember 2017:

- Ein besonderer Erinnerungsort: Synodale besuchen Johann-Flierl-Projekt im oberpfälzischen Fürnried

- Der Regensburger Regionalbischof Hans Martin Weiss über Fortschritte in der Ökumene

- Kinderarbeit im Kongo: Amnesty International sieht Autokonzerne in der Pflicht

=> Interesse an diesen Artikeln der gedruckten Ausgabe?

Diese, die wöchentlichen Rätsel und vieles mehr können Sie bei unserem kostenlosen Probeabo entdecken

=> Gleich online bestellen

 

 

www.kirchenpresse.de - Evangelische Wochenzeitung im Internet

 

 

Das Evangelische Sonntagsblatt finden Sie jetzt auch auf der

=> "wertvollen" Facebook-Seite

 

Wertvoll-Logo