Herr Luther mischt sich (immer noch) ein: Kapitel 19

Argula
Timo spielt leidenschaftlich gerne "Minecraft", aber auch YouTube-Videos guckt er regelmäßig an. Aber diesmal war es etwas ganz anderes, das er dort entdeckte. Illustrationen: Aaron Jordan

Argula von Grumbach: Eine mutige Frau scheut keinen Ärger

(=> Hier geht es noch zur letzten Folge.)

Möglicherweise hatte Timo zu oft bei Google nach Martin Luther gesucht. Anders konnte er es sich nicht erklären, dass er nun ständig Anzeigen bekam, die mit dem Thema der Reformation zu tun hatten. Wo früher Werbung für seine Spiele auf dem Computer kam, sah er jetzt Reformationsgeschichten. Ob er wollte oder nicht - Google hatte ihn erkannt und sich gemerkt, wonach er suchte. Das also war die Geschichte von dem gläsernen Menschen, dachte er sich.

Gerade als er mit seinem Lieblingsspiel "Minecraft" beginnen wollte, ploppte ein Werbevideo von Argula von Grumbach auf. Wer bitte nannte denn sein Kind Argula? Das hörte sich ja fast schon an wie Dracula. War das ein Frauenname? Oder doch ein altertümlicher Männername?

Wissbegierig klickte er auf den Link.

Natürlich. Reformationskram. Das hätte er sich denken können. Der Name allerdings war so schräg, dass er sich das YouTube-Video anschaute.

Wenn er es recht bedachte, war bisher kaum von Frauen bei ­dieser ganzen Luther-Geschichte die Rede. Gut - natürlich Herr Käthe - Katharina von Bora, Luthers Frau. Aber dass sich Frauen von bei der Reformation irgendwie hervorgetan hätten, hatte er bisher nicht bemerkt.

Seine Tante Steffi würde die Nase rümpfen und nach einer Reformationsfrauenquote rufen. Sie war Feministin - wie sie jedem mitteilte und sehr dafür, dass Frauen die gleichen Rechte zustanden wie Männern. "Aber es ist noch ein weiter Weg bis dahin", dozierte sie gerne und zählte die wenigen Frauen in Führungsetagen auf. Und das weite Feld von wegen "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit". "Ganz düster", sagte sie. "Immernoch!" Mit ihren Aufzählungen war sie schnell fertig, denn offensichtlich war das wirklich noch ein weites Feld mit überschaubaren Erfolgen.

Das ist aber wirklich komisch, überlegt Timo. Frauen und Männer gab es ja immer - statistisch gesehen im ausgewogenen Verhältnis. Wo waren also die Frauen, die sich für die Reformation interessierten oder einbrachten? 

Oder hatten sie einfach damals den Mund zu halten und durften keine eigene Meinung haben? => weiter

 

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