Im Zeichen des Kreuzes

Brücke
Foto: Bek-Baier

Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben. Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.

                      (aus 4. Mose 21, 4-9)

Das Volk ist dem Elend und der Unfreiheit in Ägypten entkommen und macht sich auf den Weg ins gelobte Land. Aber der Weg führt durch die Wüste, macht Umwege nötig und fordert harte Entbehrungen. So sehnen sich manche zurück nach Ägypten, wo man sich wenigstens auskannte und wusste, was auf einen zukam. Jedenfalls sind viele extrem unzufrieden mit der aktuellen Situation. Die Mühe des Weges, die Wüste, der Durst und der Hunger. Es ist zum Verzweifeln! Gott hat sie befreit, aber wozu? Das Ziel der Befreiung ist noch ungewiss und die Gegenwart ist voll von Leid! Ist die Klage der Israeliten nicht manchmal auch unsere Klage? Wir sind doch schon befreit und erlöst! Warum nach wie vor so viel Leid? Wie lange müssen wir das noch aushalten?

Mit diesen Erfahrungen stehen wir auch nicht alleine da. Das erfahren wir bei Mission EineWelt immer wieder bei den Begegnungen mit unseren Glaubensgeschwistern aus Papua Neuguinea, Tansania und Brasilien. Dort gibt es teilweise noch heftigere Leid- und Unrechtserfahrungen, als wir das gewohnt sind. Das ist gut, sich das immer wieder klar zu machen, dass man nicht allein ist mit dem Bedrückenden. Es tut gut, sich mit anderen zusammenzutun gegen das Leid. Das beendet das Leid nicht einfach und es soll es auch nicht beschwichtigen, aber es stärkt einem den Rücken und gibt einem neue Ideen, wie wir damit umgehen können. An einem solchen weltweiten Austausch von Leidens- und Befreiungserfahrungen arbeiten wir sehr stark bei Mission EineWelt.

In dem vorliegenden Bibelabschnitt ist Gott selbst wütend über das Gejammer. Er stellt mangelndes Vertrauen in seine guten Absichten und das lohnende Ziel fest. Die Strafe folgt auf dem Fuße: Giftige Schlangen beißen die Menschen, so dass sie daran sterben. Verzweifelt bitten die Israeliten Mose, die Gefahren von ihnen abzuwenden. Mose bittet für das Volk und Gott zeigt sich barmherzig: Die aufgerichtete Schlange soll die Menschen schützen. Die Gefahr und das Leid werden nicht einfach weggewischt, aber es entsteht ein Schutz, wenn die Menschen sich Gott neu zuwenden. So soll es auch bei uns sein: Gefahren und Leid begegnen auch wir reichlich. Aber wir sollen darüber nicht verzweifeln und Gott will auch unser Leben durch all das hindurch retten. Wir können nicht frei von Leid durch’s Leben gehen.

Das war auch nicht das, was Jesus uns versprochen und zugesagt hat: "Wer mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich." Aber unser Vertrauen zu der von Gott verheißenen Zukunft soll erhalten bleiben. Und unser Leben soll durch alles Leid hindurch gerettet werden. Das ist die Zusage an uns. Auch uns Christen ist ein Symbol dafür gegeben, zu dem wir uns immer wieder hinwenden, um diesen besonderen Schutz zu bekommen. Dafür steht das Zeichen des Kreuzes. Ein Zeichen für Leiden und Tod, aber auch für Auferstehung und einen neuen Anfang. Das sollen auch wir immer wieder neu erleben dürfen. Das gebe uns Gott, wenn wir uns in der Passionszeit dem Zeichen des Kreuzes zuwenden und um neuen Beistand bitten. Gott will das Leben und er will, dass es sich in seiner ganzen Fülle entfalten kann mit all dem, was er uns an Gaben dafür mit auf den Weg gegeben hat. Und das soll nicht nur für uns gelten, sondern auch für die vielen Glaubensgeschwister in anderen Ländern, teilweise auch weit weg von uns. Für den nahen Nächsten und für den fernen Nächsten.      

              Pfarrer Christoph von Seggern, Mission EineWelt

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