Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des "Evangelischen Sonntagsblattes aus Bayern"

Evangelisches Sonntagsblatt vom 29.7.2018
Brücke

=> Andacht: ''Du bist nicht allein''

Könntest du dir vorstellen, eine Jugendgruppe zu leiten?" Der blonde Junge zuckte bei dieser Frage etwas zusammen. Dann sagte er leise: "Ich muss mir das erst noch überlegen." Vorausgegangen war Folgendes: Die Konfirmandengruppe sollte eine Woche in den Ferien auf die Burg Wernfels zur Freizeit fahren. Doch Maxi wollte nicht mit. "Was soll ich da?", dachte er. "Meine Ferien verbringe ich lieber zuhause." Die Eltern blieben jedoch hart und hielten sich an das, was am Anfang des Konfirmandenunterrichts vereinbart worden war: In den Ferien geht es auf die Burg Wernfels. Maxi war missmutig in den Bus gestiegen. "Das werden Ferien. Spiel und Spaß und alles ohne Fernsehen", grummelte er. Wider Erwarten gefiel es Maxi auf der Konfirmandenfreizeit so gut, dass er im nächsten Jahr gleich wieder mitfuhr. Er wurde ein zuverlässiger Betreuer, ein Kumpel, den die Jugendlichen sehr mochten. ...

(aus Jeremia 1,4-10)

Martin Bek-Baier

=> Gegen den Rechtsruck

In Libyen werden abertausende Menschen in Internierungslagern weggesperrt, deren einziges Verbrechen ist, ein besseres Leben zu wollen. Im Mittelmeer werden Menschen, die Hoffnungen auf ein lebenswertes Leben in die Gefahr trieb, im Stich gelassen. Die eigenen EU-Rettungsschiffe werden in Italien abgewiesen! Die Schiffe von Hilfsorganisationen werden festgesetzt, ein Kapitän wird angeklagt. Seenotretter sind kriminell und spielen Schleppern in die Hände? Unsinn, sagt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und will die private Seenotrettung auf dem Mittelmeer reaktivieren. Dabei soll auch der Vatikan eine Rolle spielen.
Der Flüchtlingsbeauftragte der EKD war auf Malta, um sich ein Bild zu machen (Seite 7). Dort werden Schiffe von Hilfsorganisationen und ein Rettungsflugzeug unter fadenscheinigen Argumenten festgehalten, damit sie keine Flücht- linge retten können.  ...

Karl Huß

=> Hoffen auf ''einen glücklichen Stern''

''Ich folge dem Schicksal und lebe zufrieden, / Es sei mir nun Freud oder Leid beschieden. / Dem Feld ist bald Regen, bald Sonnenschein gut. / Dies sag ich mir täglich und mache mir Mut.'' Plötzlich lachen mich diese Zeilen an. Ich bin unterwegs in der Burg Seeberg, tschechisch Ostroh. Es liegt nur etwa ein gutes Dutzend Kilometer nordwestlich von Eger direkt an der Grenze nach Deutschland. Karl Huß (1761-1836) dichtete sie. Endlich, im Alter von 67 Jahren sei ihm ''am Himmel ein glücklicher Stern erschienen''. So schrieb es Huß in seiner Autobiographie. Den Namen habe ich vorher nie gehört! Er war Scharfrichter, Heilkundiger - und Dichter. So informieren mich Schautafeln im Schloss fast ausführlicher auf Deutsch als auf Tschechisch. Sie weisen mir weiter den Weg. ...