Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des "Evangelischen Sonntagsblattes aus Bayern"

Evangelisches Sonntagsblatt vom 26.8.2018
Brücke

=> Andacht: Lachen mit Abel

Immer das gleiche Lied... - der große, tolle Bruder steht im Rampenlicht, sahnt ab, was zu kriegen ist, stellt sich als Gewinner hin. Ihm fällt alles wie von alleine zu: Ansehen, Anerkennung, Achtung. Und ich? Ich werde oft lediglich als "Bruder von ihm“ vorgestellt, wenn überhaupt. Als Zweitgeborener habe ich da keine Chance. Ich bin auch anders als er, nicht so handfest, sondern eher ein "windiger Feingeist“ - wie ich abschätzig genannt werde. Ich habe mir nicht ausgesucht, ihn als Bruder zu haben. Alles, was Aufmerksamkeit verspricht, hat er schon zu seinen Gunsten für sich in Beschlag genommen. Man übersieht mich gerne und alle schauen zu ihm auf. Er macht sich groß, ja übergroß, fühlt sich grandios. Das macht mich wütend.“ ...

(1. Mose 4, 1-2)

Martin Bek-Baier

=> Den Sorgen ins Gesicht sehen

''Ich weiß vor Sorgen nicht mehr aus und ein”, schreibt mir ein Freund diese Woche. "Es ist, als würde sich ein schwarzes Loch auftun, in das ich zu fallen drohe." Sorgen können uns tatsächlich hinunterziehen und uns so lähmen, dass wir nicht gegen die Ursachen angehen können. Stattdessen starren wir auf die Sorgen, wie in ein schwarzes Loch. Den ganzen Tag, schreibt mir mein Freund, denkt er nur noch an seine Probleme. Eine Geburtstagskarte hingegen rät mir lapidar: "Mach dir niemals Sorgen!" Was denn jetzt? ...

Memleben

=> Nur ein flüchtiger Lidschlag der Geschichte?

Gewaltig zeigen sich noch die Umrisse eines Gotteshauses, die bis ins 10. Jahrhundert zurückgehen. Mit 82 Metern Länge und fast 40 Metern Breite war die Klosterkirche Memleben eine der größten Kirchenbauten nördlich der Alpen. Vergleichbar waren ihre Ausmaße nur mit dem Kölner und Magdeburger Dom zu ottonischer Zeit. Während deren gewaltige Türme noch heute die Elbe oder den Rhein überstrahlen, ist die Geschichte längst über das gewaltige Gotteshaus in Memleben hinweggefegt. Die massiven Ruinen des Klosters sind gut 300 Jahre jünger als der Ottonenbau. Eine große Zukunft winkte Memleben nur für einen Lidschlag der Geschichte. ...