Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des "Evangelischen Sonntagsblattes aus Bayern"

Evangelisches Sonntagsblatt vom 30.9.2018
Brücke

=> Andacht: Über Schieflagen

In der Gemeinde ist etwas in Schieflage geraten. Oben sitzt der reiche Mann, unten der Arme. Die eindrücklichen Zeilen aus dem Jakobusbrief haben ihren Grund in einer tatsächlichen Schieflage, die sich ausgerechnet im Gottesdienst zeigte. Es ist nicht nur einer gewesen, der Plätze nach Wertung verteilte, es war nicht nur einer, der von Reichen verklagt wurde. Der Apostel verfällt weder in Armutsromantik noch stellt er Reiche an sich unter Anklage. Er wählt als Ausgangspunkt seiner Mahnungen den Glauben an Jesus Christus. In dessen Gemeinde zählt das Vertrauen in seine Herrlichkeit. Aus diesem Glauben heraus folgt ein Leben als Christen, das sich an der Liebe Gottes orientiert, und es schließt sich der Kreis: im “Gesetz der Freiheit“ werden erst Gemeinschaft und Ausgleich möglich zwischen Goldring und Schmutz. ...

(aus Jakobus 2,1-13)

Inge Wollschläger

=> Zum Beileid

Vor ein oder zwei Monaten hatten wir miteinander telefoniert. Sie kam mir damals in den Sinn. Weil es immer besser ist, nichts auf die lange Bank aufzuschieben, rief ich sie an. Wir plauderten angeregt und tauschten uns aus. Wir erzählten aus unserem Leben. Ihre Stimme klang so, wie an dem Tag, an dem wir uns kennenlernten: Freudig und herzlich. Als wir uns vor einigen Jahren kennenlernten, fühlten wir uns sofort verbunden - wie es so hin und wieder passiert im Leben. Fast gleich alt, ähnliche Lebenssituation mit Beruf und Kindern, lachten wir gemeinsam, verstanden uns ohne viel Worte und mussten über vieles nicht weiterreden, weil wir wussten: Die andere versteht. Wir trafen uns zu Interviews und hin und wieder telefonierten wir. ...

Thomas Greif

=> Stille Hoffnung auf eine friedliche Zukunft

"Und doch, es bleibt nicht nur eine große Erinnerung, sondern es lebt eine stille Hoffnung auf eine friedliche Zukunft unseres Vaterlandes trotz der Feinde ringsum - wofern Deutschland nicht sein eigener Feind ist." An einer Scharnierstelle stehen diese Worte Christian Caselmanns. Der damalige Rektor der Diakonissenanstalt Augsburg formulierte sie vor genau hundert Jahren, 1918, am Ende des Ersten Weltkriegs. Trotz aller Hoffnungen der Monate zuvor, trotz des faktischen Sieges gegenüber Russland im Vertrag von Brest-Litowsk noch im März, trotz der anschließenden Frühjahrsoffensive im Westen war das Undenkbare geschehen ...

Beatrix Piezonka

=> Verantwortung für Vorfahren übernehmen

"Provenienzforschung" zum Selbermachen: Ein sperriges Fremdwort will Beatrix Piezonka im Würzburger Kulturspeicher zum Leben erwecken. Das heißt: Die Herkunftsgeschichte von Kunstwerken soll endlich einmal geklärt werden. Diese Detektivarbeit sucht nach Spuren, die Jahrzehnte zurückliegen. Denn es geht darum, gerade die Wege von Werken zu untersuchen, die der Kulturspeicher während der Nazi-Zeit erhalten hat. Sind Gemälde dabei, die aus jüdischem Eigentum stammen und als NS-verfolgungsbedingt entzogen gelten müssen? Diese Frage stellt sich im Würzburger Kulturspeicher besonders. Denn es erblickte just im Jahr 1941 das Licht der Welt. Mehr noch: Der Museumsgründer und dessen erster Leiter Heiner Dikreiter (1893-1966) war Mitglied der NSDAP und vertrat exponiert die Kunstauffassung der Nazis. So musste er nach 1945 die Leitung des Museums niederlegen. ...

Außerdem lesen Sie unter anderen in unserer gedruckten Ausgabe vom 16. Dezember 2018:

- Hoffnung auf aktiveren Umweltschutz auch im kirchlichen Rahmen

- Wenn Patchwork-Familien Weihnachten feiern, steppt oft der Bär

- Urlaub zum Arbeiten: Die Vierecks halfen beim Bau einer äthiopischen Schule mit

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