Gute Wünsche und Auftrag für die Zukunft

Ehrengäste beim 125. Jubiläum
Vertreter aus Kirche, Medien und Agenturen feierten im Rothenburger Wildbad das Sonntagsblatt-Jubiläum. Verleger Wolfgang Schneider (vorne Mitte) hier im Gespräch mit Herausgeber Christoph Schmerl (3. von rechts) und dem zuständigen Oberkirchenrat Detlev Bierbaum (rechts). Foto: Schäfer

Das Rothenburger "Evangelische Sonntagsblatt" feierte seinen 125. Geburtstag

Die Notwendigkeit eines "freien, unabhängigen und christlichen Journalismus" im Raum der evangelischen Kirchengebietspresse betonte Detlev Bierbaum, für Publizistik zuständiger Oberkirchenrat und Vorsitzender des Herausgeberbeirats, bei der Jubiläumsveranstaltung des "Rothenburger Sonntagsblattes" zum 125-jährigenBestehen im Wildbad.

Freie journalistische Arbeit als kritischer Spiegel kirchlicher Arbeit sei für die Kirche "enorm wertvoll", betonte Detlev Bierbaum vor rund 260 geladenen Gästen im Theatersaal, "denn sie bildet unser Tun ab und fordert uns zur Selbstkritik auf". Der Theologe, ein gebürtiger Nürnberger, der als Mitglied des Landeskirchenrates auch zur Kirchenleitung der evangelischen Landeskirche gehört, erklärte: "Eine kirchliche Wochenzeitung, die nur die Meinung des Landesbischofs oder einer Oberkirchenrätin unkommentiert ins Blatt stellt, darf es nicht geben."Mit dem "Rothenburger Sonntagsblatt" und dem "Münchner Sonntagsblatt", das erst nach dem Krieg gegründet wurde, existieren innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zwei evangelische Wochenzeitungen.

Beide Blätter haben eine Auflage von rund 60.000 Exemplaren wöchentlich. " Wenn man bedenkt, dass die Sonntagsblätter weiter gereicht werden , können wir davon ausgehen, dass pro Woche rund 150.000 Leserinnen und Leser zu Themen des Glaubens und aus dem Leben der Gemeinden, Dekanate und der weltweiten Kirche informiert werden."

Für die Publizistik der evanglischen Landeskirche "ist das Segmentder Evangelischen Wochenzeitung unverzichtbar", so der Oberkirchenrat. "Regionalisierung" sei das Stichwort. "Auch ein hervorragend gemachtes Monatsmagazin wie "Chrismon? kann die Kirchengebietspresse nicht ersetzen." Angesichts rückläufiger Auflagen der Print-Medien, auch sehr renommierter Tageszeitungen, die mit Fernsehen und Internet konkurrieren müssen, sei es umso wichtiger, auf Qualität, Übersichtlichkeit, überraschende Aspekte und ein unverwechselbares Profil zu achten, "das Schritt hält mit sich verändernden Gewohnheiten, ohne sich zu verlieren".

Landesbischof Johannes Friedrich übermittelte per Videobotschaft sein Grußwort an die Festgäste, da er an der gleichzeitig tagenden Zukunftswerkstatt
Landesbischof Johannes Friedrich übermittelte per Videobotschaft sein Grußwort an die Festgäste, da er an der gleichzeitig tagenden Zukunftswerkstatt teilnehmen musste (siehe Seite 5). Aufmerksam lauschte ihm der langjährige Mitarbeiter Werner Spoerl. Foto: mbb

Chefredakteur Helmut Frank, seit gut drei Jahren für das Rothenburger und Münchner Sonntagsblatt redaktionell verantwortlich, sieht die publizistischen Chancen der evangelischen Wochenzeitungen in den Begriffen "Beheimatung" und "Wertevermittlung". Dem Internet fehle "die Gemeinschaft stiftende Kraft, wie wir sie von den alten Massenmedien kennen. Das wachsende Bedürfnis nach Heimat, Zugehörigkeit und Geborgenheit wird durch das Internet nicht erfüllt".

Das "Rothenburger Sonntagsblatt" erscheint im J. P. Peter-Verlag. Das Münchner Sonntagsblatt erscheint im Evangelischen Presseverband mit Sitz in München. Der Presseverband ist auch Träger einer Nachrichtenagentur, eines Buchverlags und Redaktionen für Hörfunk und Fernsehen. Neuer Direktor des zentralen Medienhauses der bayerischen Landeskirche ist seit Anfang August der gebürtige Mittelfranke Roland Gertz. Der kirchliche Medienfachmann verglich das traditionsreiche "Rothenburger Sonntagsblatt" mit einer älteren Schwester innerhalb der "Großfamilie der evangelischen Kirchenzeitungen".

Er dankte Verleger Wolfgang Schneider und Herausgeber Christoph Schmerl für ihr publizistisches undtheologisches Engagement. Wolfgang Schneider, er ist auch Verleger der selbstständigen Lokalzeitung "Fränkischer Anzeiger", die sein Urgroßvater vor 143 Jahre n gründete, sieht sich auch der 125- jährigen Tradition des "Rothenburger Sonntagsblattes" verpflichtet. "Als Teil der evangelischen Kirchengebietspresse hat es die vornehme Aufgabe, die Botschaft des christlichen Glaubens zu verbreiten. Und diese Botschaft ist zeitlos und unterliegt keinem Trend", sagte er. Eine wichtige Voraussetzung für weiteres erfolgreiches Arbeiten, sei die Tatsache, dass die evangelische Kirche in Bayern, sie ist zu 25 Prozent an dem selbstständigen Rothenburger Verlag beteiligt, sich zu den beiden Sonntagsblättern bekennt.

Er dankte für die Unterstützung und Mitarbeit, ebenso den Agenturen vor Ort "als wichtiges Bindeglied zwischen Leser und Verlag". Landesbischof Johannes Friedrich gratulierte aus Kassel per Videobotschaft zum Jubiläum und wünschte, "dass viele Christen merken, ein wie wichtiges Informationsmedium das Sonntagsblatt ist". Es gehöre zu den "Ausnahmeerscheinungen" unter den evangelischen Wochenzeitungen. Dem Festnachmittag mit Ehrengästen aus Kirche und Politik war ein Gottesdienst in der Spitalkirche vorausgegangen. Regionalbischof Christian Schmidt verknüpfte seine Predigt mit einer originellen Laudatio auf das Sonntagsblatt in Reimform (Dokumentation auf den Seiten 6 und 7) und bekam dafür viel Applaus.

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