
Aus Netzwerken der Kirchen reifen Ideen und Projekte für die Landesgartenschau 2027
Während draußen in diesen Herbstwochen die Blätter fallen, wächst für den Bad Windsheimer Kurpark Neues heran: das christliche Engagement für die Landesgartenschau 2027. Den Winter über werden die Ideen dazu weiter keimen und im Frühjahr erblühen. Vom 29. April bis 3. Oktober 2027 öffnet die Landesgartenschau in dem Kurort ihre Tore.
Auf 75 Quadratmetern entsteht im Kurpark der kirchliche Pavillon. Dort kommen vielfältige christliche Gemeinden und Gemeinschaften unter dem Motto „#heilsamverbunden“ zusammen. Mit ihren zahlreichen Ideen zeigen sie allen Gästen ein zugewandtes Gesicht der Kirche.
Schon bei einem ersten Informationstreffen Mitte Oktober stieß das Projekt auf großes Interesse. Fast 70 Engagierte aus vielen verschiedenen kirchlichen Gruppen kamen in der Windsheimer Seekapelle zusammen. Das Vernetzungsteam stellte die ersten Schritte vor – und die Begeisterung sprang über. Aus dem virtuellen Entwurf und gemeinsamen Impulsen nahm die Idee weiter Gestalt an.
Viele Wege zum Pavillon
Die Engagierten kommen aus der gesamten Region – von der Tauber bis zur Aisch und darüber hinaus. Evangelisch-lutherische Gemeinden aus mehreren Dekanaten sind dabei, ebenso die katholischen Kirchengemeinden der Region, die Neuapostolische Gemeinde sowie weitere christliche Gemeinschaften und Freikirchen. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen hält die ökumenischen Verbindungen zusammen. Auch das Bildungswerk „Bildung evangelisch zwischen Tauber und Aisch“ und die katholische Erwachsenenbildung „Mitten in Franken“ sind beteiligt. Pfarrerin Heidi Wolfsgruber aus Gollhofen und Ludger Mennes bilden eine ökumenische Doppelspitze.
Bei der Landesgartenschau liegt der „Ort der Kirchen“ an einer Hauptachse, an der viele Besucherinnen und Besucher vorbeikommen. Dort biegt auch ein kleiner „Verbindungsweg“ zum Ort für Friedhofsgestaltung ab. Er öffnet einen Blick in die Weite und zu zwei Kiefernhainen.
Bereits in der virtuellen Planung spannt sich ein geschwungenes Zeltdach weit über den Kirchenpavillon. Die Ausgestaltung des Pavillons nimmt bereits reale Formen an und spiegelt das Motto „#heilsamverbunden“ wider: Das stabile Gewebe der Stoffbahnen erscheint als ein Bild für die Verbindungen und ökumenischen Vernetzungen, die vor Ort entstehen. Die künstlerische Leitung übernimmt Beate Baberske von der Paramentik Neuendettelsau.
Bei der Entfaltung der Idee steht Nachhaltigkeit im Mittelpunkt: Denn zum Einsatz kommen bevorzugt Materialien, die schon vorhanden sind oder sich weiterverwenden lassen. Gesucht sind etwa alte Holzstühle. Sie sollen die Farben des Mottos tragen: Weiß, Pink und Beerentöne. Wer Stühle spendet, kann sie selbst bemalen. Ferner steht eine Projektgruppe der Wirtschaftsschule bereit, um die Stühle in neuen Farben erstrahlen zu lassen.
Zwei Stege aus gebrauchten Brettern sollen den Pavillon mit den Baumhainen verbinden und eine Böschung überwinden. Auch dafür werden Material und helfende Hände gesucht. Auf dem Weg zum Friedhofsort gliedern eigens angefertigte Torbögen mit Stoffbahnen den Weg in Durchgänge und Lebensübergängen. Zwischen den Bäumen gespannte Tücher lassen von oben eine Kreuzform erkennen.
Vielfarbiger Teppich wächst
Eine große Strickliesel erhält eine besondere Rolle: Sie verarbeitet verschiedenfarbige Streifen aus alten Bettlaken zu langen Strängen. Diese lassen sich spiralförmig zu einem runden Teppich im Kirchenpavillon zusammenfügen. Die Idee stammt vom „fächersegen“ der Ökumenischen Citykirchenarbeit Karlsruhe. Christa Roth hat sie aufgenommen: Während der Gartenschau soll der Teppich aus der Mitte heraus weiterwachsen. Kindergärten und Einrichtungen für ältere Menschen können bereits jetzt eigene Stücke beisteuern, die vor Ort eingefügt werden.
Hinter diesen Ideen steht ein tieferer Gedanke. Die Taufe verbindet Christenmenschen über die Konfessionen hinweg. Diese Einladung Jesu soll vor Ort den Weg zu einer Lerngemeinschaft eröffnen. Heidi Wolfsgruber plant, Taufe und Tanz in kreativer Weise zu verbinden.
Gleichzeitig soll der Kirchenpavillon allen Gästen einen persönlichen Zugang zur Schöpfung eröffnen. Spiritualität wird hier erfahrbar – durch das Wiederverwenden vorhandener Materialien ebenso wie beim Knüpfen des Teppichs und durch das Verweilen in den Baumhainen.
Damit der Pavillon während der Gartenschau lebendig bleibt, braucht es viele Mitwirkende. Gesucht werden mindestens 160 Menschen, die den Pavillon vormittags oder nachmittags jeweils vier Stunden betreuen können. Viele Menschen geben dem Pavillon ein Gesicht – beim Aufbau, bei der Gestaltung und im Gespräch mit den Gästen.
Beim Vernetzungstreffen kam bereits der Wunsch auf, auch Kirchenräume einzubeziehen. Auch dafür gibt es Pläne: In der Stadtkirche St. Kilian ist eine Ausstellung zum Thema Wasser vorgesehen, im Kirchenmuseum eine „heilsame“ Schau. Die katholische St.-Bonifazkirche plant Veranstaltungen rund um die Installation „Pilger der Hoffnung“. Sonntags um 11 Uhr sollen Gottesdienste auf der Hauptbühne Menschen zusammenbringen, täglich um 12 Uhr Andachten im und um den Pavillon. Samstags sind Aktionen mit Klemmbausteinen für junge Menschen geplant. So entsteht aus vielen Beiträgen ein gemeinsamer Erfahrungsraum.
Auch nach dem 3. Oktober 2027 soll das Netz halten, das bis dahin wachsen konnte. Das geschwungene Zeltdach des Pavillons wird 2028 beim Weinturm-Fest erneut genutzt. Was während der Landesgartenschau entsteht, kann weiterwandern und an einem anderen Ort neue Menschen zusammenbringen.
Am Schluss dieser ersten Vernetzung stand das Wort des Uffenheimer Dekans Max von Egidy, der sich schon an der Würzburger Landesgartenschau beteiligt hatte: Dies sei eine „einmalige Erfahrung“ gewesen, die Engagierte noch lange über die Zeit der Landesgartenschau hinaus verbunden habe. Was im Sommer gemeinsam wächst, kann für den kommenden Herbst reifen.
Wer sich ebenfalls dort beim Ort der Kirchen engagieren will, kann Kontakt aufnehmen per E-Mail heidi.wolfsgruber@elkb.de oder Tel. 09339/9899997.





























