Diakonie & Evangelium gehören zusammen

21
Andacht im Evangelischen Sonntagsblatt aus Bayern

Andacht im Evangelischen Sonntagsblatt aus Bayern

In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden in der täglichen Versorgung. Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir für die Mahlzeiten sorgen und darüber das Wort Gottes vernachlässigen. Darum, ihr lieben Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll heiligen Geistes und Weisheit sind, die wir bestellen wollen zu diesem Dienst. Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben. Und die Rede gefiel der ganzen Menge gut; und sie wählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den Judengenossen aus Antiochia. Diese Männer stellten sie vor die Apostel; die beteten und legten die Hände auf sie. Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam.

Apostelgeschichte 6,1–7

Die Versorgungspanne zeigt: Der Organismus („Leib Christi“) kommt ohne Organisation nicht aus. Probleme lösen sich nicht von selbst; man muss sich darum kümmern und dabei mit Gottes Geist rechnen. 

Von zweien der sieben Diakone wissen wir: Sie traten auch als Zeugen Jesu Christi auf. Stephanus wurde zum ersten Märtyrer, Philippus gewann den äthiopischen Finanzminister für Jesus. Das ist die Herausforderung: Ohne Verkündigung ist Diakonie eine Pantomime der Näch­-
stenliebe. Ohne Diakonie ist die Verkündigung des Evangeliums ein ungedeckter Scheck.

Es geht wieder um die täglichen Mahlzeiten – mitten unter uns. Wer hätte gedacht, dass es in der Bundesrepublik Deutschland solche Einrichtungen wie „Tafel“, „Vesperkirche“ usw. geben muss? Die Frage nach den täglichen Mahlzeiten ist nicht ein für alle Male „abgehakt“; sie stellt sich neu. Christliche Liebe braucht wache Augen, muss die allernächste Umgebung, das engste Umfeld absuchen: Wo ist eine Lücke entstanden, eine Unterversorgung? Was können wir tun? Was sollen wir tun? Das Feld ist weit!

Die ersten Christen wussten: Wir sind sehr gut bedient. Denn „Diakonie“ nannten sie den Weg und das Opfer Jesu. Weil wir in Jesus so gut bedient sind, können auch wir Diakonie leben. Lassen wir uns von Jesus Christus bedienen, haben wir den Durchblick und die Kraft, uns in der allernächsten Umgebung umzu-
sehen: Wo ist eine Lücke? Wo werde ich gebraucht? Was kann ich tun? Niemand muss den Beruf wechseln oder einen Mittagstisch für Hunderte einrichten. Keiner muss ein Suchtkrankenhaus bauen, um glaubwürdig Christ zu sein. Fragen wir, was „dran“ ist! Gottes Geist wird uns ein Licht aufstecken. 

Pfarrer i.R. Heinz Bogner, Mistelgau

Lied 418: Brich dem Hungrigen dein Brot

Gebet: Du rufst zum Dienst, barmherziger Gott. Wir danken dir. Gib Kraft und Weisheit denen, die
sich für den Nächsten engagieren. Amen.