Gottes Liebeserklärung gilt

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Andacht im Evangelischen Sonntagsblatt aus Bayern

Andacht im Evangelischen Sonntagsblatt aus Bayern über die Erwählung Gottes

… Dich hat der HERR, dein Gott, erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind. Nicht hat euch der HERR angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – … –, sondern weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat … So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten, und vergilt ins Angesicht denen, die ihn hassen, … So halte nun die Gebote und Gesetze und Rechte, …, dass du danach tust.

Aus 5. Mose 7,6–12

Kennen Sie Ihren Taufspruch? Wissen Sie, wann Sie getauft wurden? Schade, dass die meisten von uns sich nicht an ihre Taufe erinnern können! Mit der Taufe scheint das Bibelwort auf den ersten Blick wenig zu tun zu haben. 

Mose darf nach 40 Jahren Wüstenwanderung das Gelobte Land nicht selbst betreten. Er hatte an Gottes Treue und Liebe gezweifelt. Kommt nun die endgültige Abrechnung? 

Was Mose hier im Auftrag Gottes zu seinem Volk sagt, ist eine Liebeserklärung! Gott erneuert seine Treue und Liebe zu seinem Volk. Gott hält seinen Bund, sein Versprechen. 

In die lange Geschichte Gottes mit seinem Volk sind auch wir hineingestellt. In der Taufe schließt Gott seinen Bund mit uns. Gottes Segensverheißungen gelten auch uns. Nicht automatisch, sondern dann, wenn wir bereit sind, seine Liebe anzunehmen und unser Leben nach seinem Willen auszurichten.

Gott ist treu. Aber er erwartet unsere Gegenliebe. Er ist ein liebender und ein fordernder Gott zugleich. Durch die Taufe sind wir hineingenommen in das von ihm erwähl­te Gottesvolk. Unsere Erwählung durch Gott in der Taufe bedarf unserer Zustimmung. Aus der Taufe leben ist ein Weg mitten im Leben, der eröffnet wird mit einer großen Verheißung: Gott liebt mich. Gott hat mich erwählt, er hat mich in der Taufe beim Namen gerufen und mich zu seinem Kind gemacht.

Darauf darf ich mit meinem ganzen Leben antworten, wohl wissend, dass wir Menschen immer wieder scheitern, zweifeln und dass uns immer wieder auch Böses und Unbegreifliches begegnet und widerfährt.

„Ich möchte gern so sein, wie Gott mich haben will, weil er mich so behandelt, als wäre ich schon so“ (Hannelore Frank, EG, Seite 407). Dieser Satz hilft mir, dem nachzuspüren, was das heißt: Gott ist ein liebender, aber auch ein fordernder Gott.

Am Anfang des Weges Gottes mit uns steht seine Liebeserklärung. Sie wird in Zeichen und Worte gefasst in der Taufe. Unsere Taufe sollen wir niemals vergessen. Sie nimmt uns mit hinein in die Liebesgeschichte Gottes.

Was mit unserer Taufe begonnen hat, dürfen wir mit unserem Leben weiterführen, so gut wir es vermögen: Mit unserer Hoffnung und mit unserem Glauben; indem wir uns ausstrecken nach Gott, nach seiner Vergebung und bedingungslosen Liebe, und indem wir auf Jesus Christus schauen und ihm nachfolgen.

Kennen Sie Ihren Tauftag und Taufspruch? Gleich in den Unterlagen nachschauen!

Jürgen Hacker, Dekan in Bayreuth, Region Süd-West

Lied EG 200,4: Mein treuer Gott, auf deiner Seite / bleibt dieser Bund wohl feste stehn; / wenn aber ich ihn überschreite, / so lass mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, / wenn ich hab einen Fall getan.